Archiv für die Kategorie „E10“
Bis April muss die Mineralölwirtschaft Angaben über die Erfüllung der Biokraftstoffquoten 2010 an den Zoll machen. Falls die Quote geringfügig überschritten sein sollte, wäre die Wahrscheinlichkeit für Strafzahlungen geringer.
In Diskussion stand auch, ob mögliche Strafzahlungen für 2011 ausgesetzt werden sollten, was aber abgelehnt wurde. Es wurde zwar betont, dass man diese Strafzahlungen nicht auf den Bürger abwälzen sollte, zumal man noch nicht wisse, ob überhaupt Strafen anfallen werden, jedoch besteht die Angst, dass diese Strafen auf den Bürger in Form von steigenden Benzinpreisen abgewälzt würden.
Shell bezweifelt jedoch, dass Strafzahlungen ausbleiben würden. Die vorgeschriebene Quote scheint nicht erreichbar.
Esso lässt verlauten, dass man das erste Quartal des neuen Kraftstoffes abschreiben könne, was es aber noch schwieriger macht, die vorgeschriebene Quote zu erreichen. Die Höhe der Strafen wurde nicht bekanntgegeben, genauso wenig die Preisentwicklung.
Seit 2010 wird eine Biokraftstoffquote von 6,25% vorgeschrieben, was soviel heißt, wie dass 6,25% aller verkauften Kraftstoffe Biokraftstoffe sein müssen. Vorher waren es 5,25%. Ab 2015 soll es eine erneute Regelung geben. Bislang bezieht die Quote sich auf den Energiegehalt der abgesetzten Treibstoffe. In Zukunft soll als Bezugsgröße die Treibhausgasminderung dienen. Zusätzlich müssen Unternehmen neben der Gesamtquote auch Einzelquoten erfüllen. Für Diesel sind das 4,4$ Biodiesel, für Benzin 2,8% Ethanol.
Erreicht kann dies durch die Beimischung von Biokraftstoff in normalen Kraftstoff. Ebenfalls könnte die Mineralölwirtschaft Dritte damit beauftragen, die Quoten zu erfüllen und reine IBokraftstoffe verkaufen. In 2009 wurde die Quote scheinbar vollständig erfüllt, was durch Beimischung sowie Übertragung aus den Vorjahren zurückzuführen ist.
Die Strafe, die bei Nichterreichung der Benzinquote zu zahlen ist, richtet sich nach der nicht verkauften Energiemenge, was in etwa 43 Euro je Gigajoule ausmachen wird. Bei Diesel oder Nichterreichung der Gesamtquote sind es 18 Euro. Wenn es bei der Ablehnung von E10 bliebe, sieht die Mineralölwirtschaft Strafen von bis zu 500 Millionen Euro auf suich zukommen, was ausgerechnet ca. 2 Cent je Liter ausmacht.
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Biokraftstoff verkauft sich schlecht
Nachdem viele Autofahrer den Biosprit nicht tanken wollen, ergreifen die Mineralölkonzerne neue Maßnahmen: So bietet der Tankstellenbetreiber Shell Versicherungen gegen Schäden von E10 an den Autos an. Voraussetzung ist jedoch, dass die Autofahrer zu mindestens 80% bei Shell tanken.
Auch Aral denkt darüber nach, mehr Kunden für E10 zu werben. Das sei mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle vor wenigen Wochen auf dem Benzingipfel besprochen worden. Esso hatte vor einigen Tagen testweise die Preise für E10 weiter gesenkt. Das Gegenteil war der Fall bei Total und Deutsche BP: Die Nachfrage war so gering, dass bei ihnen weniger E10 produziert wurde. In den drei Raffinerien Leuna, Schwedt und Karlsruhe wurde die Produktion angepasst. Es wurden mehr Mengen des herkömmlichen E5-Benzings, das nur 5% Alkohol enthält und aus Getreide oder Zuckerrohr hergestellt wird, produziert.
In den drei Monaten, die E10 auf dem Markt ist, hat sich die Akzeptanz der Autofahrer jedenfalls nicht verbessert. Nur ca. ein Drittel aller Autofahrer sollen laut dem Aral-Sprecher E10 tanken. Wenn sich daran nichts ändere, würden die vorgeschriebenen 6,25% der Biokraftstoffquote bis zum Jahresende nicht eingehalten werden können. Das würde bedeuten, dass den Tankstellenbetreibern Strafen von mehreren Millionen Euro drohen würden.
Unbegründet sind die Zweifel an E10 jedoch nicht, anfangs trugen einige Pannen dazu bei. Die Autoindustrie machte sich dann mit einem Versprechen für E10 stark, dass ihre Autos mit dem neuen Biosprit betankt werden können. Gleichzeitig herrscht Verwirrung bei den Tankstellen, wo teilweise noch E5 Benzin aus beschrifteten E10 Zapfsäulen fließt.
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Deutsche Automobilhersteller geben Garantien dafür ab, dass alle Fahrzeuge, die von ihnen für den Biosprit freigegeben sind, auch mit dem neuen Kraftstoff betankt werden können, ohne negative Folgen. Ausnahmen werden auf der Internetseite www.dat.de/e10liste/e10vertraeglichkeit.pdf angegeben.
Sollte es Widererwarten doch zu Schäden am Auto kommen, nachdem das freigegebene Auto mit E10 betankt wird, haften die Automobilhersteller, wie Audi, BMW, Ford, Mercedes-Benz, Opel, Porsche und Volkswagen über den Verband der Automobilindustrie (VDA) bestätigten.
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E10 wird von den Menschen nicht anerkannt, eher noch schlechtgemacht. An der Frankfurter Universität jedoch gibt es eine Person, die die Einführung des Kraftstoffs mit dem höheren Ethanolanteil für sehr sinnvoll erachtet. Der Biowissenschaftler begründet dies in der ökologischen Gewinnung von Bioethanol sowie der damit verbundenen positiven Klimabilanz. Zudem wird Deutschland unabhängiger gegenüber dem Nahen Osten, von wo aus das Rohöl importiert wird. Eine Schonung von Ölreserven ginge damit einher. Positiv für Deutschland sei dabei auch eine Schaffung von neuen Arbeitsplätzen bei heimischen Bauern. Der Biowissenschaftler verfügt über großes Wissen in Bezug auf die Gewinnung von Biosprit aus Pflanzenabfällen und hat sogar schon eine Firma gegründet, bei der er hofft, einen Sprit mit 85% Ethanol einführen zu können.
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Schon seit einigen Jahren fahren die Brasillianer mit dem E25 -Biosprit. Warum also auch nicht in Deutschland?
Die große Aufregung, wegen der Einführung des E10-Biokraftstoffes an deutschen Tankstellen, können die Brasillianer nicht nachvollziehen. In die Autos der Brasillianer wird mindestens 25 % Ethanol gemischt mit Benzin, getankt. Die Autohersteller in Brasillien sind oft die Hersteller, die in Deutschland den Kunden nicht von der Verträglichkeit des E10 in ihren Fahrzeugen überzeugen können.
Da in Brasilien 1975 das Erdöl immer teurer wurde, entschied die damalige Regierung, den in großen Mengen vorhandenen Zuckerrohr in Ethanol umzuwandeln und dem Benzin beizumischen. Der Ausbau der Infrastruktur und die Entwicklung der Technologie um Zucker in Alkohol umzuwandeln wurde immer stärker subventioniert.
Durch die Entwicklungen von Bosch und VW der sogenannten Flex-Fuel-Technologie, können 9 von 10 verkauften Fahrzeugen in Brasilien sogar mit jeder beliebigen Mischung von Ethanol und Benzin betankt werden.